Vorträge

Der Produktlebenszyklus von TGA Komponenten unter BIM Aspekten mit dem Schwerpunkt Recycling

Dr. Markus Beukenberg

CTO WILO SE, Dortmund

Kernaussagen:
Als Stiftungsunternehmen agieren wir nicht Kapitalmarktorientiert, sondern verfolgen langfristige Strategien. Ein Thema, mit dem wir uns intensiv befassen, ist die Digitalisierung, die nicht nur unsere Produkte, sondern auch unsere Arbeitsweise stark verändern wird.

Viele Stoffe, die in unsere Produkte einfließen, stehen nur begrenzt zur Verfügung, ihre Gewinnung ist mit großem Aufwand und zunehmenden Kosten verknüpft. Es ist daher unser ureigenes Interesse, Wege zu finden, wie wir diese Stoffe rückgewinnen und wiederverwenden können.

Die Einführung einer zirkulären Wertschöpfung ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll. Voraussetzung sind geeignete Produkte und Prozesse. Faktoren, die erfüllt sein müssen, sind zum Beispiel ein modularer Aufbau, möglichst sortenreine Wertstoffe, offene Schnittstellen, Demontagefähigkeit und Kompatibilität.

Ein Produktlebenszyklus endet nicht mit Ende der Nutzung, sondern bezieht die Phase danach mit ein. Hier muss die Industrie eine völlig neue Sichtweise entwickeln.

Mit Hilfe von BIM (Building Information Modeling) werden wir in der Lage sein, den Einsatz und den Verbleib unserer Produkte nachzuvollziehen. Dadurch verbessern sich natürlich auch unsere Recyclingmöglichkeiten.

Modularität spielt eine große Rolle. Ein defektes Teil austauschen und nicht das ganze Produkt wegwerfen. Oder das Produkt so gestalten, dass es mit Hilfe einer Software ein „update“ erfahren kann. Das Ganze als Prozess etablieren, der hunderttausend Mal eingesetzt wird – dann lohnt es sich auch wirtschaftlich.

Wenn wir acht bis neun Millionen Produkte jährlich verkaufen, dann müssen wir auch die Kapazitäten aufbauen, diese Produkte wieder zu recyceln. Dabei geht es sowohl um technische Prozesse als auch die Beschaffenheit der Produkte. Hier brauchen wir viel Innovation!

Die Digitalisierung ermöglicht uns, Prozesse zu optimieren (BIM) und Produkte mit völlig neuen Eigenschaften zu schaffen (Block Chain). Zur Wertschöpfungskette gehört allerdings auch, dass unsere Produkte zugänglich sind, das heißt, auch die Architektur muss sich ändern.

Um möglichst viele zum Mitmachen zu bewegen, ist es wichtig, das Thema Zirkuläre Wertschöpfung in interessante Geschäftsmodelle zu betten.