Vorträge

Initiative Ressourcenschonende Bauwirtschaft

Rolf Brunkhorst

Leiter Nachhaltigkeit, Schüco International KG in Bielefeld

Kernaussagen:
„Weltweit nimmt der Ressourcenverbrauch zu. Ein großer Teil der Rohstoffe landet im Gebäudesektor. Theoretisch geht damit ein großes Potential einher – dann, wenn hochwertig recycelt wird. In der Realität ist man davon jedoch noch weit entfernt.“

„Es gibt gleich mehrere Gründe, sich mit dem Thema Recycling in der Bauwirtschaft auseinander zu setzen: Abnehmende Rohstoffreserven, politische Unabwägbarkeiten in den Ursprungsländern, begrenzte Deponiekapazitäten und signifikant steigende Kosten. Mit Ressourcen anders umzugehen ist eine Frage der Vernunft und längst überfällig.“

„Die Bauproduktenverordnung sieht eigentlich vor, dass ein Bauwerk so entworfen, errichtet und abgerissen werden muss, dass die natürlichen Ressourcen nachhaltig genutzt und recycelt werden können. Normative Grundlagen fehlen bislang. Daher ist in der Umsetzung noch viel Luft nach oben.“

„Dass im Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) vom Bundesministerium für Umwelt und Bauen das so genannte Modul D ausgesetzt wurde, ist ausgesprochen problematisch: Ökobilanziell wird somit nicht mehr berücksichtigt, ob bei der Errichtung eines Gebäudes recycelbare Baustoffe eingesetzt werden oder nicht.“

„Die Relevanz des Themas wird durchaus wahrgenommen, insbesondere auf EU-Ebene. Gleichwohl befindet sich das Konzept der „Circular Economy“ noch in den Kinderschuhen.“

„Wie bringt man den Gedanken des Recyclings und der Kreislaufwirtschaft in die Bauwirtschaft? Die Methode „Cradle to Cradle“ liefert hierfür einen guten Anhaltspunkt. Ziel ist, mit umweltgerechten Inhaltsstoffen und echter zirkulärer Wertschöpfung zukunftsgerechte Gebäude und Bauprodukte in der Bauwirtschaft einzuführen.“

„Bei Rückbauten aus dem Gebäudebestand werden die Recyclingmöglichkeiten nicht ausgeschöpft und für Neubauten wird zu wenig auf späteres Recycling nach der Nutzung geachtet, recycelbare und nicht recycelbare Produkte werden gleichberechtigt verwendet. Das will die IRBau ändern und tritt für eine langfristige Materialwende ein.“