Vorträge

Parameter Kreislaufpotenzial in Entwurf und Baukonstruktion

Univ. Prof. Annette Hillebrandt

Architektin, Bergische Universität Wuppertal

Kernaussagen:
„Die Entwicklung des Dämmstoffs HBCD hat vor Augen geführt, wie ein über Jahrzehnte unkritisch eingesetztes Material quasi über Nacht zur gefährlichen Altlast wurde. Schadstofffreiheit ist Grundvoraussetzung für gesundes Leben und Wertstabilität einer Immobile.“

„Die Entwicklung der Deponieauslastung und -kosten zeigen, dass es allein aus wirtschaftlichen Gründen wichtig ist, sich damit zu befassen, was wie verbaut und auch wieder weiter genutzt oder entsorgt wird.“

„Hersteller und Planer müssen umdenken. Ich plädiere für geschlossene Produktkreisläufe, die wertvolle Ressourcen nicht `downcyceln´, sondern in eine echte Kreislaufwirtschaft zurückführen.“

„Wir Architekten müssen dazu lernen und anders planen. Indem wir zum Beispiel eine mögliche Umnutzung von vorneherein miteinbeziehen, nur `closed-loop-Materialien´ einsetzen und so bauen, dass Materialien im Falle eines Umbaus oder beim Abriss sauber demontiert werden können.“

„Was wie verbaut wird, soll sich in einem digitalen Gebäudepass niederschlagen, der späteren Umbau- oder Abrissmaßnahmen zugrunde gelegt werden kann. Ziel sind Gebäude, die am Ende ihrer Nutzung nicht an Wert verlieren, sondern einem am Rohstoffpreis gemessenen Mehrwert haben.“

„Wichtig wird sein, die Zielsetzung eines Ressourcenschonenden Bauens in die Ausbildung zukünftiger Architekten zu implementieren und Studierenden wie bereits praktizierenden Architekten so viele Informationen wie möglich zukommen zu lassen. Das Wissensdefizit bezüglich ressourcenschonender Baustoffe und Bauweisen ist enorm und muss systematisch abgebaut werden.“